
Kronen Zeitung
ANGSTGEGNER REAL
„In Stücke gerissen“ – aber Guardiola überrascht
ManCity-Coach Pep Guardiola nahm die 0:3-Niederlage im CL-Achtelfinal-Hinspiel gegen Real Madrid überraschend gelassen hin und sorgte nach dem Match mit seinen Aussagen für Aufsehen.
Die Niederlage im Estadio Santiago Bernabéu fiel deutlich aus, doch Pep Guardiola zeigte sich nach dem 0:3 gegen Real Madrid erstaunlich gefasst. Der Trainer von Manchester City überraschte auf der Pressekonferenz sogar mit einer positiven Einschätzung der Leistung. „Ich habe das Gefühl, dass es gar nicht so schlecht war“, sagte Guardiola. Real Madrid habe seine Chancen einfach konsequent genutzt. „Sie haben gut verteidigt, sehr solidarisch“, lobte der Spanier den Gegner.
„0:3 ist besser als 0:4“
Dabei konnten die „Citizens“ sogar froh sein, dass die Niederlage nicht noch höher ausfiel. Vinícius Júnior vergab in der 58. Minute vom Elfmeterpunkt die Chance auf das vierte Tor der Madrilenen. Tormann Gianluigi Donnarumma parierte den Strafstoß, nachdem er zuvor beim ersten Gegentreffer noch einen folgenschweren Patzer verursacht hatte. „0:3 ist besser als 0:4“, meinte Guardiola nüchtern. „Ein hartes Ergebnis, das lässt sich nicht leugnen. Aber wir haben unsere Fans – mal sehen, was wir tun können, um sie zu überraschen.“
Für Guardiola war es bereits eine seiner höchsten Niederlagen in einem Hinspiel der Champions-League-K.-o.-Phase. Schon 2014/15 verlor er im Halbfinal-Hinspiel mit Bayern München beim FC Barcelona mit 0:3. Auch 2017/18 unterlag er mit Manchester City im Viertelfinale gegen den FC Liverpool mit demselben Resultat.
Real wird zu Guardiolas Angstgegner
Real Madrid entwickelt sich für den Spanier zunehmend zum Angstgegner: Kein Trainer hat im Europacup häufiger gegen die „Königlichen“ verloren als Guardiola – insgesamt sechs Mal. Entsprechend vorsichtig äußerte er sich zu den Chancen im Rückspiel: „Im Moment sind die Chancen nicht besonders groß. Aber natürlich werden wir es versuchen.“
Englische Medien rechnen ab: City von Real „in Stücke gerissen“
Während Guardiola ruhig und gelassen blieb, fällte die englische Presse ein deutlich härteres Urteil. City sei von Real förmlich „in Stücke gerissen“ worden, schrieb „The Telegraph“. Und „The Guardian“ meinte, der Premier League Klub sei von Real völlig zu Recht „vernichtet“ und Guardiola wegen seiner offensiven Ausrichtung „als taktischer Neuling bloßgestellt“ worden.
„Real zerstört ManCity, die Champions-League-Hoffnungen hängen am seidenen Faden“, schrieb etwa der „Mirror“.
Besonders Federico Valverde stand im Mittelpunkt: Der Uruguayer erzielte einen lupenreinen Hattrick und brachte die „Skyblues“ laut „Daily Mail“ „in riesige Schwierigkeiten“. Auch Guardiolas taktische Entscheidung, mit vier Offensivspielern – Erling Haaland, Antoine Semenyo, Jérémy Doku und Savinho – zu beginnen, wurde kritisch gesehen. Die „Sun“ sprach von einem Risiko, das „dramatisch nach hinten losging“.
Vor allem die erste Halbzeit bezeichneten britische Medien übereinstimmend als „katastrophale 45 Minuten“ für Manchester City.
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Bild: AFP/THOMAS COEX













